Wieder einmal The Russion Ark gesehen. Mit Stasia und Urs. Stasia hat nach 40 Minuten aufgegeben. Das obige YouTube-Video enthält den ganzen Film, allerdings in Deutsch.
Das ist schade. Das Russische gehört dazu. Unbedingt. Das Unverständliche braucht nicht verständlich gemacht zu werden. Es wird dann bloss zu etwas Falschem. Aber ich habe ja das Original als DVD, auf Russisch, mit englischen Untertiteln. Auch verfälschend, aber näher an der Wahrheit.
Dreihundert Jahre russischer und damit europäischer Geschichte in 90 Minuten, an einem Ort: Die Eremitage in St.Petersburg. Und der ganze Film – wie man weiss – ohne einen einzige Schnitt in einer einzigen Aufnahme gedreht.
Der Film ist meisterhaft. Er gehört zum Dutzend der besten Filmen aller Zeiten. Zweifellos. Und von diesen ist er wohl der Unbekannteste. Die anderen unbekannten besten Filme kenne ich nicht. Nur diesen. Ein Film der in seiner Schönheit schmerzt. Das Ende Europas in einem Ball in der Eremitage. Mit 3000 Teilnehmern und einer Mazurka von Glinka.
Was der französische Adlige in der Eremitage sucht (oder findet) weiss man nicht, resp. ich bin noch nicht dahinter gekommen. Desgleichen die Stimme aus dem Off, aus deren Augen man das Ganze verfolgt. Rätselhaft ohne Angeberei.
Die letzte Szene. Die Ballteilnehmer, Männer und Frauen in farbenfroher und überreicher Kleidung steigen die Treppe hinunter. Nur das. Sie steigen die Treppe hinunter. Und mittendrin die Kamera. 10 Minuten lang. Und dann die Nebel, die das kommende Grauen ahnen lassen. Das Ende Europas.
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