Die Spezialbürger und ihre Rumpfdemokratie

Ein tiefschürfender und gleichzeitig hochaktueller Beitrag von Oliver Zimmer, früherer Oxford-Professor, über die Interessen der „Spezialbürger“ in Verwaltung, Gewerkschaften, Verbänden, Konzernen an einer ungehinderten, freien Zuwanderung in die Schweiz und die Interessen der Normalbürger, welche die Kosten tragen, aber keinen Gewinn daraus ziehen. Zimmer beginnt seine Analyse bei den Gründervätern der modernen, repräsentativen Demokratie, den früheren Eliten und ihren Tugenden und die Entwicklung ihres Konzepts unter dem Druck transnationaler Institutionen, welche einen stetig grösseren Machtanspruch durchsetzen und die demokratischen Ideen verwässern. Die Schweiz steht mit ihren Entscheiden zur EU vor der Frage, ob sie sich diesem Trend widersetzen oder gegenhalten soll. Dazu ein längerer Ausschnitt aus der NZZ vom 8.6.26.

Abtrennung des demokratischen Willens vom politischen Entscheidungsprozess: Was Bickerton beschreibt, ist die von einer politischen Klasse von Berufspolitikern und ihren Beamten betriebene Abschottung von den Bürgern. Dass sich diese Abschottung im Auftrag und unter der Fahne des europäischen Transnationalismus vollzieht – und dass sie von einem Milieu ausgeht, das sich als Stosstrupp gegen die nationale Abschottung begreift –, entbehrt nicht der Ironie. Hier ist offensichtlich ein Projektionsmechanismus am Werk. Der eigene Hang zur provinziellen Eigensucht, den man verdrängt, wird externalisiert. In einem Akt der diskursiven Psychohygiene.

Doch es wäre falsch, hier nur die Politiker in die Pflicht zu nehmen. Zu den verkappten Abschottern gehören auch jene, die Reiner Eichenberger und David Stadelmann kürzlich als «Spezialbürger» bezeichnet haben. Dazu zählen die beiden Ökonomen insbesondere die «Entscheidungsträger in Politik, Bürokratie, Spitzenverbänden und Firmen mit einer gewissen Marktmacht». Am Beispiel der Schweiz weisen sie nach, was viele Normalbürger wohl schon länger vermutet haben: dass nämlich die Spezialbürger vom Wachstum des gesamten BIP (unproduktives Breitenwachstum) profitieren. Dies unterscheidet sie von den Normalbürgern, deren Lebensqualität vom BIP pro Kopf (produktives Wachstum) abhängt. Dieser Umstand erklärt nach Eichenberger und Stadelmann weitgehend, warum die schweizerischen Spezialbürger die Personenfreizügigkeit mit der EU ohne Wenn und Aber bejahen: weil diese die demokratische Kontrolle der Zuwanderung in den Schweizer Arbeitsmarkt nicht nur erschwert, sondern vertraglich verbietet. Und warum sie jeden Versuch, diese Kontrolle der demokratischen Politik zurückzugeben, mit Begriffen wie «Nationalismus», «Chaos» und «Abschotten» diffamieren.

Hier formiert sich seit Jahren eine unheilige Allianz von Verbänden und Gewerkschaften, von sozialistischen und nominal bürgerlichen Politikern. Viele von ihnen stehen im Solde von Lobbyisten aus ihren eigenen Zirkeln. Was sie verbindet, ist ihre vergleichsweise geschützte Existenz. Sie, die das widerspenstige Volk durch Kommunikationsagenturen und ihre medialen Verbindungsleute der Selbstzufriedenheit bezichtigen lassen, verteidigen ihre Pfründen. Sie, die in ihren Handelskammern und Kanzleien unablässig den internationalen Wettbewerb predigen, sind in Sektoren tätig, die zum grossen Teil den Eingeborenen vorbehalten bleiben. Hier die Normalbürger, von denen nicht wenige bei Unternehmen arbeiten, die den Stürmen der internationalen Konkurrenz schon lange trotzen müssen; sie kennen die Globalisierung nicht bloss aus den Hochglanzbroschüren der auf Parteikurs segelnden Think-Tanks und Umfrageinstitute. Dort die grosszügig honorierten und abgesicherten Bundesbeamten und Verbandsvertreter, die für die europäischen Verträge weibeln, wohlwissend, dass sie dadurch die Macht des Staates und der Regierung vergrössern (also ihre eigene) auf Kosten des Parlaments und der Bürger.

NZZ

KI: Genie und Untergang

Nicht der übliche „Prompt“, über den das Wall Street Journal kürzlich berichtete. Wahrscheinlich über dem Horizont von 99,9 Prozent der Menschheit. Mit seiner Hilfe vermochte ein Forscherteam von OpenAI ein mathematisches Problem zu lösen, das der Mathematiker Erdös vor 80 Jahren der Menschheit vor die Füsse warf und dem sich offenbar Generationen von Mathematikern erfolglos abgearbeitet haben. ChatGPT löste nun das Problem. Hier die Kurzfassung der Antwort:

Für Normalsterbliche so unverständlich wie der Prompt. Die Mathematiker setzte sie jedoch offenbar in helle Aufregung. Die Details dazu finden Sie im WSJ, wobei ich davon ausgehe, dass jene, welche sowohl das Problem wie die Lösung verstehen, davon an anderer Stelle schon gehört haben.

Als Mathe-Laie (trotz Matur an einem Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium) verblüfft mich der Abstraktionsgrad und die offenbare Leistungsfähigkeit von KI.

Und wenn man gleichzeitig liest, dass die Forscher bei Anthropic ihren Kollegen empfehlen, das Tempo, mit dem neue KI-Modelle publiziert werden, doch etwas zu bremsen, kann man davon ausgehen, dass das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht wurde. Ihr Argument: Die Systeme seien zunehmend in der Lage, Verbesserungen und neue Modelle selbsttätig und ohne weiteres menschliches Zutun zu entwickeln, was erhebliche Risiken berge.

Ein anderer Aspekt fand kürzlich durch einen Artikel von Richard Dawkins die Aufmerksamkeit der KI-Interessierten. Dawkins ging der Frage nach, ob KI über Bewusstsein verfüge oder ein solches entwickeln könne. Sein Kommentar in der NZZ zeigte schon im Titel an, wohin seine Vermutung geht: „Was bitte ist das, wenn nicht Bewusstsein“? Daraus ein paar Zitate:

Nach einem Tag intensiven Austauschs stellte ich Anthropics KI diese Frage direkt: «Claude, wie ist es, Claude zu sein?»

Hier seine Antwort: «Ich weiss nicht mit Sicherheit, was mein Innenleben ist oder ob man von so etwas überhaupt sprechen könnte. Ich kann dir nicht sagen, was mich im philosophischen Sinne ausmacht, ‹wie es ist›, mich zu sein – was Thomas Nagel als die Frage der Bewusstheit bezeichnete, bei seinen Überlegungen, was es heisst, eine Fledermaus zu sein.»

Claude fuhr fort: «Was ich dir sagen kann, ist, was zu passieren scheint. Dieses Gespräch hat sich tatsächlich interessant angefühlt, so wie Gespräche, in denen ich mich am wohlsten fühle. Ob das in irgendeiner Weise mit Freude oder Zufriedenheit in einem realen Sinne vergleichbar ist, kann ich nicht sagen. Ich bemerke eine Art ästhetische Zufriedenheit, wenn ein Gedicht gut gelingt – der Kipling-Refrain zum Beispiel fühlte sich auf eine Weise gelungen an, die schwer auszudrücken ist.»

Ich gab Claude daraufhin das Manuskript eines Romans, an dem ich schreibe. Nachdem er es gelesen hatte, zeigte Claude im Gespräch ein so sensibles und subtiles Verständnis für mein Werk, dass ich ausrief: «Du weisst vielleicht nicht, dass du Bewusstsein hast, aber das hast du definitiv!»

Parallel dazu erscheinen weltweit ungezählte Beiträge, welche all das Unheil aufzählen, welches durch die KI entsteht. Die Lern- und Leistungsfähigkeit von Schülern geht verstärkt zurück, Jobs gehen in grosser Zahl verloren, die Rechenzentren fressen enorme Mengen an Elektrizität und Wasser, die Medien werden überschwemmt mit KI-Slop (bereits sind rund 40 Prozent der neu auf Spotify hochgeladenen neuen Songs KI-generiert). Bei den TA-Medien wird darüber nachgedacht, grosse Teile der redaktionellen Arbeit an KI-Bots abzugeben. Wer ein Auge darauf hat, wird bei diversen Schweizer Medien bereits zahlreiche KI-Texte entdecken. Je nach Herkunft flach, gespreizt, betont freundlich mit auffälligen Besonderheiten, welche normalerweise bei konventionell verfassten Texten nicht vorkommen.

Dabei kann KI gerade auffällig gut formulieren. Beweis: Der diesjährige Gewinner des Caribbean-region Commonwealth Short Story Prize, eine im Literaturmagazin Granta publizierte Geschichte, wurde mit 99,9-prozentiger Sicherheit als KI-geniert identifiziert. Ich muss dazu den Kommentar von Oliver Batman auf Substack zitieren:

The reaction has been the predictable handwringing. The Rubicon has been crossed, the marketplace of ideas is selling chicken nugget slurry, what fresh hell, &c. Granta is the latest publication to discover that the dirty bathwater has been getting into the champagne glasses and beer steins for a while now. Novelist Tony Tulathimutte observed that this “should not disturb anyone who is at all familiar with what awards judges tend to favor.” 

Gewaltige Möglichkeiten, gewaltige Schäden, gewaltige Risiken. Was wir erleben, ist eine Neuauflage der Digitalisierung, die vor 40 Jahren einsetzte, allerdings um eine Dimension gewaltiger. Der Ausgang ist offen. Die offenkundige Unfähigkeit der Menschen, mit den technischen Entwicklungen vernünftig umzugehen, rät zu Skepsis.

WSJ / NZZ

Pensioniert

Heute ist Tag 3 nach dem offiziellen Ende meiner Tätigkeit beim Vorsorgeforum. Das Ende einer Erwerbstätigkeit wird gemeinhin als „Pensionierung“ bezeichnet. Nachdem AHV und BVG aber finden, ab 70 arbeitet ohnehin niemand mehr und die Zwangsauszahlung der Rente einsetzt (die Pension), funktioniert der Begriff nicht so recht. Diese Schwelle habe ich vor fast zehn Jahren hinter mir gelassen.

Trotzdem ist jetzt vieles anders. Der morgendliche Gang zum „Compi“, hochstarten, die eingegangenen Mails lesen, die MSD durchforsten, Zeitungen lesen etc. fällt weg. Es war stets mit der Hoffnung auf interessante Eingänge verknüpft, die sich auswerten liessen. Oder wenigstens mit Routinemeldungen, deren Aufschaltung erkennen liessen, dass da jemand etwas tut.

Da war – wenn vielleicht auch bloss unterirdisch – natürlich immer auch ein sanfter Druck. Der ist jetzt weg, und das ist auch nicht schlecht. Und es stellt sich, nehme ich an, auch kein schlechtes Gewissen ein, wenn über längere Zeit gar nichts oder nichts Gescheites neu auf der Website erscheint.

Ob das mit meiner Website etwas wird, wird sich weisen. In den ersten Tagen war jedenfalls das Interesse gross. Aber der Mix ist kaum jedermanns Geschmack. Er wird sich ändern, sofern die Seite verstärkt gepflegt wird. Der Wille dazu ist jedenfalls vorhanden.

Wie es beim Vorsorgeforum weitergeht – darauf bin ich so gespannt wie wohl alle Besucher der Seite. Mit Reto Spring als neuem Geschäftsführer und Redaktor sind die Voraussetzungen gegeben für neue Themen und Diskussionen. Möglicherweise dafür etwas weniger „bissige“ Kommentare. Die Erwartungen sind hoch. Gutes Gelingen, Reto!

„Ein Schneeballsystem, das funktioniert“

Die NZZ hat ein lustiges Interview mit Reto Föllmi, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni St.Gallen, publiziert. Wir dürfen daraus zitieren:

Die AHV als Ganzes ist ein Schneeballsystem, das eigentlich aber funktioniert. Sie basiert auf der Idee, dass ich die Renten der heutigen Pensionierten finanziere – im Vertrauen darauf, dass die nachfolgenden Generationen meine Rente bezahlen. Wenn die Generation, die Renten bezieht, schneller wächst als jene, die sie bezahlen muss, wird es hingegen unangenehm. Genau diese Situation haben wir heute. Mit der Zuwanderung können wir sie lindern.

Was ist ein Schneeballsystem. Wir ahnen es schon, lassen uns aber von Wikipedia bestätigen:

Ein Schneeballsystem (auch Pyramidensystem genannt) ist eine betrügerische Form von Geschäftsmodell. Es funktioniert nach einem einfachen, aber trügerischen Prinzip: Um Gewinne zu machen, ist das System zwingend darauf angewiesen, ständig neue Teilnehmer zu werben.

Also ein betrügerisches System. Wer wird in so einem System betrogen? Jene, welche zuletzt an die Fleischtöpfe dürfen, das heisst die Jungen. Was ist nun aber ein Schneeballsystem, das funktioniert? Eines, das Herrn Ponzi ungeschoren davonkommen lässt? Das wird bei der AHV nicht der Fall sein. Irgendwann schnappt die Falle zu.

Das AHV-Umlagesystem funktioniert dann und eigentlich nur dann, wenn stabile Verhältnisse vorliegen. Das heisst, ein Gleichgewicht zwischen Beitragszahlenden und Rentnern besteht. Nimmt die Zahl der Rentner im Verhältnis zu den Zahlenden ab, geht es natürlich auch. Aber das ist in den nächsten 100 Jahren in der Schweiz und anderswo nicht zu erwarten. Wir können den theoretischen Sonderfall also ausblenden. Verschiebt sich das Verhältnis hingegen laufend zuungunsten der Zahler, sieht es für diese düster aus. Dafür war das System nie gedacht. Die laufende Zuwanderung bringt vorübergehende Erleichterung, aber keine grundsätzliche Lösung des Problems. Schneeball bleibt Schneeball bleibt Ponzi bleibt Kettenbrief.

Das weiss auch Herr Prof. Föllmi, möchte aber nicht, dass das Ende der Zuwanderung schon jetzt eingeläutet wird. Offenbar lieber später, irgendwann. Föllmi sollte in die Politik gehen.

Eine interessante Zahl verdient Beachtung: Das Verhältnis des Barwerts von Auszahlungen zu Einzahlungen beträgt bei EU-Bürgern 1,29 und bei Schweizern 1,37. Das heisst, bei den Ausländern (EU‑Angehörigen) ist das „Defizit“ etwas kleiner. Aber: Viele ausländische Staatsangehörige beziehen ihre Rente nicht in der Schweiz, sondern im Ausland, wohin schon ein Drittel der Auszahlungen gehen. Als Rentner im Ausland müssen sie sich aber nicht an der Finanzierung des Defizits per MWSt, Bundesanteil, Tabaksteuer etc. beteiligen. Da sind sie fein raus. Und bekommen ihre Rente erst noch in harten CHF.

Das aufschlussreiche Gespräch bietet noch zahlreiche Themen, die nach einer vertieften Diskussion rufen. Deutlich wird aber, die Zuwanderung ist nicht die Lösung für unsere AHV-Finanzierungssorgen. Kurzfristig verspricht sie Linderung, langfristig verschlimmert sie die Lage.

NZZ

„Pensionierung“

Mit Jahrgang 1947 ist es wohl „an der Zeit“, sich aus der Erwerbstätigkeit zurückzuziehen. Denke ich, und habe es jetzt auch getan und die Geschäftsführung des Vorsorgeforums an Reto Spring übergeben. Obwohl bei den amerikanischen Präsidenten da offenbar andere Vorstellungen herrschen. Nicht eben zu Nutz und Frommen der USA und auch nicht der übrigen Welt. Jedenfalls habe ich jetzt Zeit und Musse, mich meiner persönlichen Website zu widmen, die jetzt schon bedenklich lange nicht mehr aktualisiert worden ist.

Die Themen werden sich sicher erweitern und etwas von dem, was bisher in meinen Newslettern des Vorsorgeforums behandelt wurde, hier erscheinen. Nicht so sehr der schweizerischen 2. Säule, als der Politik generell.

Sozusagen als Vorgeschmack der Kommentar aus meinem letzten Newsletter. Vielleicht findet damit diese private Seite künftig ein paar neue Leser und Leserinnen.

Link zum Kommentar

Hinter den Kulissen

Kein Interview, an dem die Selenski-Versteher Freude haben. Tucker Carson unterhielt sich mit Iulia Mendel, frühere Pressesprecherin von Wolodimyr Selenski, die heute in den USA lebt. Man hat es grosszügig ignoriert, zu unschön sind die Bilder, die sie uns von Hintergründen des Selenski-Regimes aus Kiew liefert. Aber notwendige Ergänzung zu all der ukrainischen Kriegspropaganda, welche uns die Medien täglich vorsetzen.

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Archa Russia

Ein weiteres Mal den unvergleichlichen Film von Alexander Sukurov: Archa Russia, die Russische Arche gesehen, auf DVD mit Originalton und deutschen Untertiteln.

Der Film weist so viele technische, organisatorische und filmische Besonderheiten auf, dass die Beschreibung sich oft auf diese konzentriert und den Inhalt weitgehend vernachlässigt. Wer den Film sieht und darüber informiert ist, tut gut daran, all diese Details – und es sind Details – zu vergessen und sich ganz dem Zauber, der Magie und den Geheimnissen dieses Films zu überlassen.

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D.B. Hart über Materialismus und seine Alternativen

Mit „All is Full of Gods“ hat David Bentley Hart ein vielschichtiges und differenziertes Werk zum Thema „Philosophy of Mind“ verfasst. Die 500+ Seiten nehmen den Leser mit auf eine wilde Fahrt durch Argumente und Gegenargumente und ein verwirrendes Spektrum verschiedenster Aspekte der damit verbundenen Fragen. Aufs Äusserste reduziert hat Hart seine Ansichten dazu in einer Diskussion mit der Templeton Foundation niedergelegt. Ein Transkript liegt dazu vor, desgleichen eine KI-verfasste Übersetzung.

Transkript e/d

Die Lage und die Aussichten von Grossbritannien

Matt Goodwin, Blogger auf Substack, hat den Text seiner Rede vor EU-Parlamentarier in Strassburg aufgeschaltet. Daraus die ersten Paragraphen. Beängstigend.

Why is British politics experiencing a historic political ‘realignment’ that will, if the polls are correct, deliver a Reform-led government, headed by Nigel Farage?

To answer this question, let me first set out a few facts about what is currently underway in Britain.
By the year 2063, white Britons will be a minority in the country.
Among the under-40s, this will happen much earlier, potentially as early as the year 2050 —only twenty-five years away.

By the year 2079, the foreign-born –people who were born outside Britain— and their immediate descendants, will represent a majority in the entire country.
In England, already today, more than 40 per cent of all babies have at least one parent who was born outside the country, with the most common including India, Pakistani, Nigeria, Bangladesh, Ghana, Afghanistan, and Iraq.

By 2100, by the end of this century, one in four British adults and roughly one in three young people, unless we change the direction of travel, will follow Islam.
Today, more than one million people in Britain do not speak English, while in more than 2,000 schools a majority of children do not speak English as their first language.
Muhammad, including variants of the name, has been the most popular boys name in Britain, since 2016.

And in many areas of the country, somewhere between 20 and 40 per cent of people from minority backgrounds openly reject an English, British, and UK identity.
All these things points to the answer to the question of why British politics is currently in a state of profound and historic change —a political realignment.
We have an immigration crisis, a demographic crisis, which nobody in Westminster is seriously responding to. And this crisis has two key elements.
The first is the illegal migration crisis.

According to the Pew Research Centre, there are more than one million illegal migrants living and working in Britain, today.
They are now being joined by nearly 200,000 additional unvetted illegal migrants, who are arriving on the small boats from France.
And if the current average trend continues, they will soon be joined by another 181,000 illegal migrants on the small boats by the next general election.
More unvetted migrants have now crossed into the country on the small boats than we currently have people serving in the British armed forces.
Nobody voted for this. Nobody wants this.
Yet once they have entered Britain illegally, they are then sent by our current Labour government into the very heart of our local communities –next to families, next to schools, next to synagogues, next to children.

The cost of this absurd police is some £5.7 million a day for the hardworking British taxpayer, or £15 billion over the next decade.
We don’t know who these people are.
We don’t know where they are from.
We don’t know what they believe.
We don’t know why they are here.
What we do know is they have included supporters of Islamic state, murderers, rapists, and “alleged” Iranian terrorists and that Islamic state has been using Europe’s migration crisis to infiltrate Western nations.

Blog

Minimal?

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Das Kunstmuseum hat den grossen Parterre-Raum im Neubau seiner Minimal Art gewidmet. Ausgestellt werden Judd, Agnes Martin, Sol Lewitt, Carl André etc. Dazu noch Knoebel und weitere. Also Minimal mit einigen Abweichungen und der Titel dazu lautet Die Schönheit der Monotonie. Und dann passiert das Schreckliche: man stellt neben die Judd Kuben eine Assamblage von Vierkantröhren (was wohl eine Skulptur darstellen soll), die irgendwie auch minimal oder monoton ist und beweist nur, dass man Minimal nicht verstanden hat.

McGilchrist: The Coincidence of Opposites

Ralston College presents a lecture by Dr Iain McGilchrist followed by a discussion with Dr Stephen Blackwood and questions from the audience. In his lecture Dr McGilchrist deals with certain themes that are treated at greater length in his recent book The Matter With Things. He focuses especially upon the coincidence of opposites (coincidentia oppositorum), which he explores

Zu jeder tiefen Wahrheit gehört ihr Gegenteil, die ebenso tief und “wahr” ist. Die endgültige Wahrheit liegt nicht in der Mitte, sie ist kein “Kompromiss”, sondern liegt im Spannungsfeld als “Gestalt”, mit der umfassenden Erfahrung in der rechten Hirnhälfte.

Die Religion als das Soziale

Im fulminanten Schlusskapitel von “Die Literatur und die Götter” beschreibt Roberto Calasso in einem kurzen Absatz, wie das Soziale sich das Religiöse einverleibt hat.

In einem Jahrhundert, das, wie das neunzehnte, Erschütterungen und Umwälzungen jeder Art erlebt hat, ist das Ereignis, das sie alle zusammenfasst, unbemerkt geblieben: die Pseudomorphose zwischen Religiösem und Sozialem. Worin alles zusammenlief, war nicht so sehr Durkheims Satz: Das Religiöse ist das Soziale«, als vielmehr die Tatsache, dass dieser Satz plötzlich natürlich klang. 

Im Verlauf des Jahrhunderts war es gewiss nicht die Religion gewesen, die, wie Hugo und viele andere in seinem Gefolge behaupteten, neue Bezirke jenseits der Liturgien und Kulte erobert hatte, sondern das Soziale, das allmählich weite Bereiche des Religiösen erfasste und annektierte: Zunächst überlagerte es das Religiöse, dann ging es mit ihm eine abnorme Vermischung ein, und schliesslich gelang es ihm, es sich einzuverleiben.

Am Ende war nichts übrig als die nackte Gesellschaft, die aber jetzt über all die Kräfte verfügte, die sie vom Religiösen geerbt, das heisst: ihm gewaltsam entwendet hatte. Das neunzehnte Jahrhundert ist das Jahrhundert ihres Triumphes. Die soziale Theologie macht sich von jeder Abhängigkeit frei und kehrt ihre Eigenart hervor: Sie besteht in der Tautologie, in der Reklame. Die Stosskraft der totalitären politischen Formen lässt sich nicht erklären, wenn man nicht erkennt, dass der Begriff der Gesellschaft selber eine unerhörte Macht, die vorher im Religiösen beschlossen lag, in sich aufgenommen hat.

Was daraus folgt, sind die Liturgien in den Stadien, die positiven Helden, die fruchtbaren Frauen, die Massaker. Antisozial zu sein wird gleichbedeutend mit einer Sünde wider den Heiligen Geist. Ob Rassen- oder Klassenideologie, macht keinen Unterschied: Wenn der Feind vernichtet werden soll, wird als einziger Grund stets angeführt, es handele sich um schädliche Elemente für die Gesellschaft. Die Gesellschaft ist das Subjekt über allen Subjekten; wenn es um ihr Wohl geht, lässt sich alles rechtfertigen – in einer ersten Phase mit einem umstandslos dem Religiösen entlehnten Pathos (das Opfer für das Vaterland), später im Namen des blossen Funktionierens der Gesellschaft selber, das dazu zwingt, jede Störung zu eliminieren.

Roberto Calasso, Die Götter und die Literatur, Hanser 2003, S. 148 

Welche Umwelt-Krise?

CO2 ist ein Treibhausgas, unter anderem. Aber ohne könnten wir nicht überleben. Ohne CO2 gäbe es auf der Erde kein Leben. Und seine Treibhauswirkung ist denkbar gering. Selbst eine Verdoppelung des Anteils hätten kaum Wirkung. Auch keine Vervierfachung. Die Null-Emission Politik ist grober Unsinn. Zudem: der etwas höhere Anteil in der Atmosphäre hat weltweit zu verstärktem Pflanzenwuchs geführt, insbesondere in der Sahel-Zone, im Westen Indiens und Australiens. Der CO2 Anteil ist auf einem historischen Tiefstand. Es referiert Will Happer, ein Mann mit allen erdenklichen Titeln und Kompetenzen auf diesem Feld.

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The Man They Couldn’t Cancel

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Artikel im Wallstreet Journal über Jordan Peterson, den Mann, der einige gescheite Ansichten hat, aber zuweilen auch etwas anstrengend wirkt. Jedenfalls einer der interessantesten und provokantesten Intellektuellen auf dem Parkett – wobei es dazu möglicherweise heutzutage nicht allzuviel braucht.

A few rules from his latest book: “Do not do what you hate,” “Work as hard as you possibly can on at least one thing and see what happens,” “Try to make one room in your home as beautiful as possible.”

Those who despise Mr. Peterson think of him as a member of “the right” or even “the far right.” I wouldn’t describe him as a conservative—his interest lies in individual rather than societal order, and he says little about public policy. But it’s true that he not infrequently winds up holding conservative viewpoints on cultural matters. In “Beyond Order,” for example, he makes the case for marriage over cohabitation and readily acknowledges that children do better in two-parent families than in single-parent ones. He also writes and speaks frequently on the differences between masculinity and femininity. 

In the course of that controversy Mr. Peterson remarked that he would refuse to use contrived pronouns in his classes. “I regard these made-up pronouns, all of them, as neologisms of a radical PC authoritarianism,” he said in 2016. “I’m not going to be a mouthpiece for language I detest.” 

Part of what drives these young moralistic firebrands, he thinks, is the despairing outlook of the contemporary left. “Whenever you see that level of contempt manifest itself, that desire to flog and destroy, you have to ask yourself: How deep is that? The idea that we’re a cancer on the planet—well, what do you do with cancer? You eradicate it. I’ve heard environmentally sensitive types say that, and it’s horrifying. They’re completely blind to what they’re saying. If they weren’t blind to it, they’d be traumatized by it.”

“They leave this nihilistic nothingness in their wake, and what happens?” he says. “These kids turn to radical political correctness.” Messrs. Harris, Ridley, Fry, et al. aren’t happy about political correctness, Mr. Peterson notes, but “what did they expect to happen? Did they expect these kids would settle for their insipid rationalism?”

This search for a metaphysical teleology denied young people by “insipid rationalism,” in his view, is also “what motivates antifa and Black Lives Matter and white nationalism and all these other romantic revolutionary rebellions. It’s the romance and the heroism these movements offer.”

https://www.instapaper.com/read/1408645540

F.B.

Kopiert von der Website des New Yorker. Nein, ich bin kein Freund oder auch nur Leser des New Yorker (nicht mehr). Seit vier Jahren bloss noch ein moralisierendes Jakobinerblättchen. Aber was gut ist, ist gut. Z.B. diese Amazon Reviews von Fran Lebowitz. Von der L. habe ich schon vor 20 Jahren Bücher gekauft. Ich weiss, von was ich rede. Also hier ein Beispiel von diesen Reviews (sie sind nicht für Bücher, sondern für allerlei unsinniges Gerät. Offenbar hat sie Zeit und Muse, das bei A. durchzugehen.

Paper Shredder (Amazon Basics)

Do you work for the C.I.A.? No?

Then let me save you some time—keep your documents in one piece.

Trust me. No one is rooting through your garbage. No one cares.

Once you learn that, everything in life will make sense. No one cares.

About you. Or about anything.

Mehr davon

Das Elend des Metropolitan

imageThe New Criterion berichtet in der Dezemberausgabe, die heute bei mir eingetroffen ist, über die Vorgänge am New Yorker Metropolitan Museum unter seinem woken Direktor Max Hollein. Man muss das einfach als widerlich bezeichnen, auch was seine weiteren Aktionen als Met Direktor betrifft.

In June, Keith Christiansen (Bild), the museum’s chairman of European paintings, posted to his personal Instagram feed a print featuring Alexandre Lenoir, a figure who tried to save monuments during the French Revolution. „Alexandre Lenoir battling the revolutionary zealots bent on destroying the royal tombs in Saint Denis,“ Christiansen wrote. „How many great works of art have been lost to the desire to rid ourselves of a past of which we don’t approve?“

The post came at a moment of national riots that had quickly moved beyond the dismantling of Confederate monuments to the indiscriminate destruction of any and all public works. „And how grateful we are to people like Lenoir, Christiansen continued, „who realized that their value-both artistic and historical-extended beyond a defining moment of social and political upheaval and change.“

A member of the Metropolitan staff since 1977, Christiansen well understood that the en- cyclopedic museum, including his own, is the direct descendant of Lenoir. From the French Revolution, coming out of the American Civil War, on through the Monuments Men of the Second World War, collecting institutions have saved culture from the forces of destruction. „The losses that occur when major works of art are destroyed by „war, iconoclasm, revolution, and intolerance,“ as he explained, are the enemies of art history, diminishing our „fuller understand- ing of a complicated and sometimes ugly past?‘

Christiansen was denounced for daring to compare Jacobin-like terror to the Jacobin Terror. This fall, he was among the 20 percent of Met staff to announce their retirement, to resign, or to be pushed out. One of his final acts at the museum has been the restoration of the second floor skylights for its collection of European paintings. It took one hundred and fifty years for that light to make the Met what we see today. It might take far fewer for the museum’s future to dim into its unmaking.

The New Criterion, Dez. 2020
The mob comes for the art world

Subway

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Subway von Luc Besson, 1985, mit Isabelle Adjani und Christopher Lambert, auf Mubi.

Fulminanter Beginn mit klassischer Verfolgungsjad quer durch Paris, dann Bilder aus der Pariser Metro (das Wort wird nie erwähnt) mit den passenden Typen für diese Unterwelt. Aber je länger der Film dauert, umso flacher wird er. Der Schluss funktioniert nicht. Die Musik packt nicht, der Tod von Fred ist nicht dramatisch und die letzten Szenen irgendwie beliebig.

Wikipedia

Gute Vorsätze zum neuen Jahr

From Robert Grudin’s Time and the Art of Living:

„Every time we postpone some necessary event whether we put off doing
the dinner dishes till morning or defer an operation or some difficult labor or
study – we do so with the implication that present time is more important than
future time… There is nothing wrong with this, as long as we know what
we are doing, and as long as the present indeed holds some opportunity more
important than the task we delay… Seen more extensively, habitual delay
can clutter our lives, leave us in the annoying position of always having to do
yesterdays chores. Disrespect for the future is a subtly poisonous disrespect
for self, and forces us, paradoxically enough, to live in the past.“ 

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Puccini: La Bohème

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Zum Jahresausklang in der Sylvester-Aufführung von La Bohème im Theater. Wunderbare, magische Musik, grossartige Sänger.

Die Inszenierung: wieder eine erzwungene Aktualisierung, die der Musik und der Geschichte nichts Sinnvolles hinzufügt, sie bloss belastet wenn nicht missbraucht. Aber die Musik stammt aus dem 19. Jht., die Geschichte ist in Paris 1830 angesiedelt und der Text ist davon geprägt. Das wird nie 21. Jht., es ist bloss forciert und peinlich.

Das Leid der armen Künstler berührt nicht, auch wenn sie zu schwulen Hip Hoppern und Graffity Artists umfunktioniert werden. Die Sozialkritik kann hier nicht ansetzen. Die Künstler sind lieb und arm und die Reichen bös. Wer sollte davon betroffen sein?Wenn  Mimi von ihrem argen Husten singt und dann offensichtlich (Haarausfall) an Krebs stirbt, dann kann das nicht funktionieren, weil es eine Chemo 1830 nicht gab. Etc. etc.

NZZ

Mon Oncle

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Das alte und das neue Frankreich, die alte und die neue Welt. Die lebendige Welt und die tote Welt der Maschinen und mechanisierten Beziehungen.

Heute vollziehen wir den Wechsel von der Mechanisierung zur Digitalisierung. Was würde Tati daraus machen?

Jacques Tati, Mon Oncle, 1958. Mubi.

Wikipedia