The Meyerowitz Stories

Ein Netflix-Abend mit den Meyerowitz Stories. Wikipedia weiss dazu:

The Meyerowitz Stories (New and Selected)[1][2] is a 2017 American comedy-drama film directed and written by Noah Baumbach. The film stars Adam Sandler, Ben Stiller, Dustin Hoffman, Elizabeth Marvel and Emma Thompson, and follows a group of dysfunctional adult siblings trying to live in the shadow of their father.

The Meyerowitz Stories was selected to compete for the Palme d’Or in the main competition section and also won the Palm Dog award at the 2017 Cannes Film Festival.[2][3][4] It received positive reviews from critics, who praised Baumbach’s script and direction as well as the performances, with Sandler especially singled out for praise. It was released in select theaters and on streaming by Netflix on October 13, 2017.

Jüdisches Künstler-Milieu in New York. Erinnert an die frühen Woody Allen-Filme. Möglichst nah dran am Alltag, Dramatik des Alltäglichen. Gescheit und unterhaltsam. Nur Emma Thompson kommt mit der Rolle nicht richtig zurecht. Auch ihr Outfit ist zu übertrieben. Musik von Randy Newman. Hochgelobt und mit vielen Auszeichnungen – auch in Cannes.

Wikipedia

It from Bit

In der NZZ wird die Frage nach der Realitätsaussage der Quantenmechanik gestellt. Offenbar wird die Realität eindeutig erst durch die Beobachtung konstituiert. Das scheint unbestritten. Doch bleibt unklar, was unter Realität hinter der Beobachtung überhaupt zu verstehen ist. Im Artikel wird ausgeführt:

Das Kernstück der heutigen Quantentheorie ist Schrödingers Wellen- oder Zustandsfunktion. Nach einem breiten Konsens unter Physikern enthält sie die vollständige Information über das betreffende Quantensystem. Sie beschreibt das Spektrum der möglichen Messwerte – etwa Position, Energie, Spin eines Teilchens. Aber im Gegensatz zur klassischen Situation existiert dieses Teilchen erst in einem eindeutigen realen Zustand, wenn wir es gemessen haben.

Das stellt nun den Realismus des klassischen physikalischen Weltbilds von den Füssen auf den Kopf. In diesem Weltbild existieren die physikalischen Systeme unabhängig von den Messinstrumenten, und die Instrumente sind einfach Informationslieferanten. John Archibald Wheeler, einer der phantasievollsten Physiker des 20. Jahrhunderts, hat darin eine der grossen Fragen der modernen Physik geortet. Ein reales physikalisches System bezeichnet er als «It»; die Information in der Zustandsfunktion als «Bit». Klassisch sagen wir: Da ist ein Teilchen in einem bestimmten Zustand – ein It –, und wir messen an ihm bestimmte Grössen: «Bit from It». Quantentheoretisch sagen wir: Wir messen bestimmte Grössen und schliessen daraus, dass sich da ein Teilchen in einem bestimmten Zustand befindet: «It from Bit». Ein Lichtpunkt auf dem Bildschirm, ein elektrischer Puls, ein Klick im Detektor: Das sind die Antworten des Apparats, die informationellen Atome der Realität.

«It from Bit» hat das Zeug zu einer konzeptuellen Revolution. Die Welt dreht sich nicht mehr um ihre materiellen, sondern um ihre informationellen Elemente. Warum ist die Welt quantisiert? «It from Bit» gibt uns eine trivialgeniale Antwort: weil unsere Fragen und Antworten letztlich quantisiert sind, sich auf abzählbar viele binäre Entscheide zurückführen lassen: Fliesst ein Strom oder nicht? Handelt es sich um die Spur eines Antiprotons? Unter das Ja-oder- Nein-Niveau kommen wir nicht.

Anton Zeilinger, der Quanteninformatiker aus Wien, der heute Wheelers Idee im Labor weiterführt, schreibt, dass «wir bewusst nicht mehr fragen, was ein elementares System eigentlich ist. Sondern wir sprechen letztlich nur über Information. Ein elementares System (. . .) ist nichts anderes als der Repräsentant dieser Information, ein Konzept, das wir aufgrund der uns zur Verfügung stehenden Information bilden.» Zeilinger stellt sogar das radikale Postulat auf: «Wirklichkeit und Information sind dasselbe.» Man könnte vom Postulat des informationellen Realismus sprechen: Am Anfang war das Bit.

Der klassische Idealismus und mit ihm Advaita wird sagen, die Beobachtung und das Beobachtete sind eins. Esse est percivi, wobei wir wieder bei Berkley wären. Oder die eigene Einsicht: Es ist uns keinerlei Möglichkeit zur Unterscheidung gegeben. Die Suche nach dem It führt nirgendwo hin.

Artikel NZZ