Zum Jahresausklang in der Sylvester-Aufführung von La Bohème im Theater. Wunderbare, magische Musik, grossartige Sänger.
Die Inszenierung: wieder eine erzwungene Aktualisierung, die der Musik und der Geschichte nichts Sinnvolles hinzufügt, sie bloss belastet wenn nicht missbraucht. Aber die Musik stammt aus dem 19. Jht., die Geschichte ist in Paris 1830 angesiedelt und der Text ist davon geprägt. Das wird nie 21. Jht., es ist bloss forciert und peinlich.
Das Leid der armen Künstler berührt nicht, auch wenn sie zu schwulen Hip Hoppern und Graffity Artists umfunktioniert werden. Die Sozialkritik kann hier nicht ansetzen. Die Künstler sind lieb und arm und die Reichen bös. Wer sollte davon betroffen sein?Wenn Mimi von ihrem argen Husten singt und dann offensichtlich (Haarausfall) an Krebs stirbt, dann kann das nicht funktionieren, weil es eine Chemo 1830 nicht gab. Etc. etc.
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