CO2 ist ein Treibhausgas, unter anderem. Aber ohne könnten wir nicht überleben. Ohne CO2 gäbe es auf der Erde kein Leben. Und seine Treibhauswirkung ist denkbar gering. Selbst eine Verdoppelung des Anteils hätten kaum Wirkung. Auch keine Vervierfachung. Die Null-Emission Politik ist grober Unsinn. Zudem: der etwas höhere Anteil in der Atmosphäre hat weltweit zu verstärktem Pflanzenwuchs geführt, insbesondere in der Sahel-Zone, im Westen Indiens und Australiens. Der CO2 Anteil ist auf einem historischen Tiefstand. Es referiert Will Happer, ein Mann mit allen erdenklichen Titeln und Kompetenzen auf diesem Feld.
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Giving up Darwin
Peter Robinson von der Hoover Institution leitet eine Gesprächsrunde mit David Gelernter, David Berlinski und Stephen Meyer. Thema ist der Artikel von Gelernter in der Claremont Review of Books mit dem Titel “Giving up Darwin”. Geführt wurde die Diskussion in Fiesole im Juni 2019. Leider erfährt man nicht, wie es zu dieser Runde an diesem Ort gekommen ist.
Berlinski, jetzt wohl in den 80, mit Stock, Stiefel, T-Shirt und ärmelloser Jeansjacke.
Eine grossartige Gesprächsrunde.
Darwin’s Theory is not Science
Er gehört zu meinen Intellektuellen-Helden (heroes) – David Berlinski. Elegant, entspannt, eloquent formuliert er seine Vorbehalte zum Darwinismus.
Die eingeblendeten Bibelsprüche am Schluss darf man getrost vergessen. Berlinski selber dürfte kaum Freude daran haben. Er bezeichnet sich als Atheist.
It from Bit
In der NZZ wird die Frage nach der Realitätsaussage der Quantenmechanik gestellt. Offenbar wird die Realität eindeutig erst durch die Beobachtung konstituiert. Das scheint unbestritten. Doch bleibt unklar, was unter Realität hinter der Beobachtung überhaupt zu verstehen ist. Im Artikel wird ausgeführt:
Das Kernstück der heutigen Quantentheorie ist Schrödingers Wellen- oder Zustandsfunktion. Nach einem breiten Konsens unter Physikern enthält sie die vollständige Information über das betreffende Quantensystem. Sie beschreibt das Spektrum der möglichen Messwerte – etwa Position, Energie, Spin eines Teilchens. Aber im Gegensatz zur klassischen Situation existiert dieses Teilchen erst in einem eindeutigen realen Zustand, wenn wir es gemessen haben.
Das stellt nun den Realismus des klassischen physikalischen Weltbilds von den Füssen auf den Kopf. In diesem Weltbild existieren die physikalischen Systeme unabhängig von den Messinstrumenten, und die Instrumente sind einfach Informationslieferanten. John Archibald Wheeler, einer der phantasievollsten Physiker des 20. Jahrhunderts, hat darin eine der grossen Fragen der modernen Physik geortet. Ein reales physikalisches System bezeichnet er als «It»; die Information in der Zustandsfunktion als «Bit». Klassisch sagen wir: Da ist ein Teilchen in einem bestimmten Zustand – ein It –, und wir messen an ihm bestimmte Grössen: «Bit from It». Quantentheoretisch sagen wir: Wir messen bestimmte Grössen und schliessen daraus, dass sich da ein Teilchen in einem bestimmten Zustand befindet: «It from Bit». Ein Lichtpunkt auf dem Bildschirm, ein elektrischer Puls, ein Klick im Detektor: Das sind die Antworten des Apparats, die informationellen Atome der Realität.
«It from Bit» hat das Zeug zu einer konzeptuellen Revolution. Die Welt dreht sich nicht mehr um ihre materiellen, sondern um ihre informationellen Elemente. Warum ist die Welt quantisiert? «It from Bit» gibt uns eine trivialgeniale Antwort: weil unsere Fragen und Antworten letztlich quantisiert sind, sich auf abzählbar viele binäre Entscheide zurückführen lassen: Fliesst ein Strom oder nicht? Handelt es sich um die Spur eines Antiprotons? Unter das Ja-oder- Nein-Niveau kommen wir nicht.
Anton Zeilinger, der Quanteninformatiker aus Wien, der heute Wheelers Idee im Labor weiterführt, schreibt, dass «wir bewusst nicht mehr fragen, was ein elementares System eigentlich ist. Sondern wir sprechen letztlich nur über Information. Ein elementares System (. . .) ist nichts anderes als der Repräsentant dieser Information, ein Konzept, das wir aufgrund der uns zur Verfügung stehenden Information bilden.» Zeilinger stellt sogar das radikale Postulat auf: «Wirklichkeit und Information sind dasselbe.» Man könnte vom Postulat des informationellen Realismus sprechen: Am Anfang war das Bit.
Der klassische Idealismus und mit ihm Advaita wird sagen, die Beobachtung und das Beobachtete sind eins. Esse est percivi, wobei wir wieder bei Berkley wären. Oder die eigene Einsicht: Es ist uns keinerlei Möglichkeit zur Unterscheidung gegeben. Die Suche nach dem It führt nirgendwo hin.
Schönberg I
Nach der verklärten Nacht ein weiteres Vordringen zu Schönberg: Das Streichquartett Nr. 1 und die sechs kleinen Klavierstücke. Zum Streichquartett schreibt Greenberg:
An important work is Schoenbergfs String Quartet No. 1 in D minor of 1905. It is a long piece cast in four continuous movements. Three aspects of the quartet emphasize its modernity. First is its incredible polyphonic intensity: Each of the four instruments of the quartet is a soloist much of time. Second, Schoenbergfs phrases are not balanced, poetic phrases with antecedent and consequent structures. Rather, they are prose.like, open ended, and rhapsodic. Third, the variety of string quartet textures Schoenberg employs is mind.boggling.
Zum frühen Werk schreibt er:
Schoenberg believed in melody more than anything else. As the first years of the 20th century progressed, he ceased to believe in the tonal harmonic system. By 1908, Schoenberg had come to the conclusion that functional harmony stifled and constrained melody by forcing it to adhere to what he believed were “artificial” constructs: chords built by stacking thirds and chord progressions based on harmonic motion by perfect fifths.
Schoenberg began to perceive his artistic mission as that of a simplifier, no small irony given how difficult his music can be for the uninitiated listener. Between 1908 and 1913, Schoenberg composed a series of experimental works that remain among the great masterworks of the 20th century, including the Five Pieces for Orchestra, Op. 16 (1909), Erwartung, Op. 17 (1909); Pierrot Lunaire, Op. 21 (1912), and Die glückliche Hand (1913).
To describe his work, Schoenberg preferred the word pantonal, implying that his music embraced a sort of all‑encompassing ur‑tonality. This course will simply call it nontonal.
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