Schelling (1)

imageDie Monographie zu Schelling von Jochen Kirchhoff fertig gelesen.

Das K. zu S. ein tiefes und grundlegend positives Verhältnis pflegt, ist unübersehbar. Also ist das keine distanzierte Darstellung. Vorbehalte kommen von K. lediglich in Form von kritischen Äusserungen etwa zu Sprache (Verständlichkeit), Organisation oder Unvollendetheit der Gedanken.

Aber das Büchlein ist ganz hervorragend und gibt einen enorm hilfreichen Überblick über die Entwicklung und inneren Zusammenhänge des deutschen Idealismus zwischen Kant und Schoppenhauer.

Und die Zitate sind jeweils gut gewählt und lassen erkennen, welche gewaltiges Ringen hinter dem Gedankengebäude Schellings steht.

Und ich gewinne den Eindruck, dass von allen, mir wichtigen Philosophen deutscher Sprache – als da wären Kant, Fichte, Schelling, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Steiner, Husserl, Heidegger – Schelling in all seiner Buchstückhaftigkeit mir der wichtigste sei.

Mit fällt jetzt gerade dieses Zitat ein:

Die Freiheit liegt im Sein, nicht in der Tat.

Dahinter steht ein grosses, esoterisches Gebäude das wohl kein zeitgenösscher Denker mehr zu betreten wagte. Ausser vielleicht Kirchhoff selbst und ein paar andere, die aber keinen offiziellen, akademischen Anspruch erheben dürfen sondern sowohl im universitären wie medialen Betrieb bestenfalls als Kuriositäten gehandelt werden, was massgeblich zur geistigen Dürre unserer Gegenwart beiträgt.

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