Yuval Harari: Sapiens – A Brief History of Humankind (I)

Ein erhellendes, kein tröstliches Buch. Der Historiker aus Jerusalem vermag – vielleicht wenig überraschend – selbst in der Geschichte keinen Trost zu finden. Seine Weltsicht ist eine durch und durch naturalistisch, materialistische. Die Dinge entwickeln sich nach ihren eigenen Gesetzen. Der Mensch ist auch nur ein Ding. Damit ist absehbar, was weiter geschehen wird – wenigstens in Umrissen und auf lange Sicht.

Es gibt scheinbar nur eine Alternative – die Selbstzerstörung des Menschen – aber die hat eine geringere Wahrscheinlichkeit, immerhin. Der Mensch, der seiner Erde (und nicht zuletzt den Tieren)  in den letzten 50’000 Jahren so immensen Schaden zugefügt hat (und das nicht erst seit der Industrialisierung sondern von allem Anfang des Homo Sapiens an) wird seinen eingeschlagenen Weg weitergehen.In Kürze erscheint der Folgeband, der den Gedanken fortführen wird. Sein Titel: “Homo Deus”.

Was Hariri liefert ist keine politische, soziale oder kulturelle Geschichte der Menschheit, sondern die Geschichte der Spezies Mensch. Ein ganz anderer und höchst aufschlussreicher Ansatz.

Während der Lektüre von Beginn dieses Jahres habe ich über 250 Zitate gesammelt. Viele gescheite Einsichten, jeder einzelnen nur schwer zu widersprechen. Aber stimmt das Ganze? Eine seiner zentralen Aussagen:

Human cultures are in  constant  flux. Is  this  flux completely  random, or  does it  have  some  overall  pattern? In  other words,  does  history  have a  direction? The answer is yes. Over  the millennia,  small,  simple  cultures gradually  coalesce into  bigger and more  complex  civilisations,  so  that  the world  contains  fewer and  fewer mega-cultures, each  of which is  bigger and more  complex. This is  of  course  a very crude generalisation,  true only at  the macro level. At  the micro level, it seems  that  for every  group  of  cultures  that  coalesces into a mega-culture,  there’s a mega-culture  that  breaks  up  into  pieces.  But  these  break-ups are  temporary  reversals in an inexorable  trend  towards unity.

     Zitate Harari