Subway von Luc Besson, 1985, mit Isabelle Adjani und Christopher Lambert, auf Mubi.
Fulminanter Beginn mit klassischer Verfolgungsjad quer durch Paris, dann Bilder aus der Pariser Metro (das Wort wird nie erwähnt) mit den passenden Typen für diese Unterwelt. Aber je länger der Film dauert, umso flacher wird er. Der Schluss funktioniert nicht. Die Musik packt nicht, der Tod von Fred ist nicht dramatisch und die letzten Szenen irgendwie beliebig.
Die erste Hälfte der zwei Staffeln mit je 12 Folgen von Shtisel gesehen. Sehr eindrücklich. Eine Familie, Menschen, fest eingebunden in ihrem Glauben. Und die Frage stellt sich: was gibt ihnen ihr Glaube, ihre Rituale und endlosen Vorschriften? Haben sie den Ungläubigen (jeder Couleur) etwas voraus in Sachen Sicherheit, Zuversicht, Lebensfreude? Der Film verneint es. Allerdings auch: was haben die Glaubenslosen an Vorteilen? Was ist der Preis, den sie (wir) für die tatsächliche oder scheinbare Freiheit bezahlen?
The Meyerowitz Stories was selected to compete for the Palme d’Or in the main competition section and also won the Palm Dog award at the 2017 Cannes Film Festival.[2][3][4] It received positive reviews from critics, who praised Baumbach’s script and direction as well as the performances, with Sandler especially singled out for praise. It was released in select theaters and on streaming by Netflix on October 13, 2017.
Jüdisches Künstler-Milieu in New York. Erinnert an die frühen Woody Allen-Filme. Möglichst nah dran am Alltag, Dramatik des Alltäglichen. Gescheit und unterhaltsam. Nur Emma Thompson kommt mit der Rolle nicht richtig zurecht. Auch ihr Outfit ist zu übertrieben. Musik von Randy Newman. Hochgelobt und mit vielen Auszeichnungen – auch in Cannes.
Was Jarmusch leistet ist die Darstellung einer Sehweise, keine geringe Leistung. Poesie als Welterfahrung, real nachvollziehbar, wenn auch leider nur von kurzer Wirkungsdauer.
Atelier, 30.1.2017, nachher Essen in der Kunsthalle, mit Isabelle, Peter Früh getroffen mit Freundin. Erzählt von der Geige, die er gekauft hat, französisch. Ich frage, wieviel? Er zögert, dann: 65’000. Aber sie nähme dauernd an Wert zu. Und er habe jeden Tag Freude an ihr.
William Carlos Williams
This is Just to Say
I have eaten the plums that were in the icebox
and which you were probably saving for breakfast
Forgive me they were delicious so sweet and so cold
The Act
There were the roses, in the rain. Don’t cut them, I pleaded. They won’t last, she said. But they’re so beautiful where they are. Agh, we were all beautiful once, she said. and cut them and gave them to me in my hand.
Die Tathandlung
Da standen die Rosen im Regen. Ich bitt dich, schneid sie nicht ab. Sie werden sich nicht halten, sagte sie. Aber sie sind so schön, wo sie sind. Ach, schön waren wir alle einmal, sagte sie, und schnitt sie und gab sie mir in die Hand.
In den 70er Jahren stellte Anita Neugebauer Doisneau in ihrer Fotogalerie aus. Dabei war ein Foto einer Akkordeon-Spielerin mit geschlossenen Augen. Ich nahm an, dass sie blind sei. Ob das Foto so angeschrieben war oder ich einfach nur den Eindruck hatte, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls war ich drauf und dran, das Bild zu kaufen. Habe es dann aber nicht getan. Jetzt erscheint die Akkordeon-Spielerin wieder in dem Arte-Film über Doisneau und sie ist definitiv nicht blind. Ich kann noch etwas nachempfinden, was mich an dem Foto faszinierte. Es war wohl auch ein sentimentales Empfinden.
In drei Folgen seiner Dokureihe wirft Hector Obalk seinen strikt subjektiven und unkonventionellen Blick diesmal auf das Werk des großen Michelangelo (1475-1564). Der zweite Teil beleuchtet die Entstehung von Michelangelos berühmtem Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle zwischen 1508 und 1512.
Obalk ist anders als alle anderen. Die Bestandesaufnahme durch seine Person mit seinem Team mit der Kamera mit allen Hilfsmitteln unter den jeweiligen, nicht voll kontrollierbaren Umständen – das alles wird Teil des Berichts selbst.
Und er deckt unverfroren allerhand Abseitiges und Auffälliges und Merkwürdiges auf und bewegt sich sehr elastisch auf der äussersten Oberfläche der Erscheinung (nicht physisch gemeint). Wunderbar.
Wieder einmal The Russion Ark gesehen. Mit Stasia und Urs. Stasia hat nach 40 Minuten aufgegeben. Das obige YouTube-Video enthält den ganzen Film, allerdings in Deutsch.
Das ist schade. Das Russische gehört dazu. Unbedingt. Das Unverständliche braucht nicht verständlich gemacht zu werden. Es wird dann bloss zu etwas Falschem. Aber ich habe ja das Original als DVD, auf Russisch, mit englischen Untertiteln. Auch verfälschend, aber näher an der Wahrheit.
Dreihundert Jahre russischer und damit europäischer Geschichte in 90 Minuten, an einem Ort: Die Eremitage in St.Petersburg. Und der ganze Film – wie man weiss – ohne einen einzige Schnitt in einer einzigen Aufnahme gedreht.
Der Film ist meisterhaft. Er gehört zum Dutzend der besten Filmen aller Zeiten. Zweifellos. Und von diesen ist er wohl der Unbekannteste. Die anderen unbekannten besten Filme kenne ich nicht. Nur diesen. Ein Film der in seiner Schönheit schmerzt. Das Ende Europas in einem Ball in der Eremitage. Mit 3000 Teilnehmern und einer Mazurka von Glinka.
Was der französische Adlige in der Eremitage sucht (oder findet) weiss man nicht, resp. ich bin noch nicht dahinter gekommen. Desgleichen die Stimme aus dem Off, aus deren Augen man das Ganze verfolgt. Rätselhaft ohne Angeberei.
Die letzte Szene. Die Ballteilnehmer, Männer und Frauen in farbenfroher und überreicher Kleidung steigen die Treppe hinunter. Nur das. Sie steigen die Treppe hinunter. Und mittendrin die Kamera. 10 Minuten lang. Und dann die Nebel, die das kommende Grauen ahnen lassen. Das Ende Europas.
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