Welche Umwelt-Krise?

CO2 ist ein Treibhausgas, unter anderem. Aber ohne könnten wir nicht überleben. Ohne CO2 gäbe es auf der Erde kein Leben. Und seine Treibhauswirkung ist denkbar gering. Selbst eine Verdoppelung des Anteils hätten kaum Wirkung. Auch keine Vervierfachung. Die Null-Emission Politik ist grober Unsinn. Zudem: der etwas höhere Anteil in der Atmosphäre hat weltweit zu verstärktem Pflanzenwuchs geführt, insbesondere in der Sahel-Zone, im Westen Indiens und Australiens. Der CO2 Anteil ist auf einem historischen Tiefstand. Es referiert Will Happer, ein Mann mit allen erdenklichen Titeln und Kompetenzen auf diesem Feld.

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The Man They Couldn’t Cancel

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Artikel im Wallstreet Journal über Jordan Peterson, den Mann, der einige gescheite Ansichten hat, aber zuweilen auch etwas anstrengend wirkt. Jedenfalls einer der interessantesten und provokantesten Intellektuellen auf dem Parkett – wobei es dazu möglicherweise heutzutage nicht allzuviel braucht.

A few rules from his latest book: “Do not do what you hate,” “Work as hard as you possibly can on at least one thing and see what happens,” “Try to make one room in your home as beautiful as possible.”

Those who despise Mr. Peterson think of him as a member of “the right” or even “the far right.” I wouldn’t describe him as a conservative—his interest lies in individual rather than societal order, and he says little about public policy. But it’s true that he not infrequently winds up holding conservative viewpoints on cultural matters. In “Beyond Order,” for example, he makes the case for marriage over cohabitation and readily acknowledges that children do better in two-parent families than in single-parent ones. He also writes and speaks frequently on the differences between masculinity and femininity. 

In the course of that controversy Mr. Peterson remarked that he would refuse to use contrived pronouns in his classes. “I regard these made-up pronouns, all of them, as neologisms of a radical PC authoritarianism,” he said in 2016. “I’m not going to be a mouthpiece for language I detest.” 

Part of what drives these young moralistic firebrands, he thinks, is the despairing outlook of the contemporary left. “Whenever you see that level of contempt manifest itself, that desire to flog and destroy, you have to ask yourself: How deep is that? The idea that we’re a cancer on the planet—well, what do you do with cancer? You eradicate it. I’ve heard environmentally sensitive types say that, and it’s horrifying. They’re completely blind to what they’re saying. If they weren’t blind to it, they’d be traumatized by it.”

“They leave this nihilistic nothingness in their wake, and what happens?” he says. “These kids turn to radical political correctness.” Messrs. Harris, Ridley, Fry, et al. aren’t happy about political correctness, Mr. Peterson notes, but “what did they expect to happen? Did they expect these kids would settle for their insipid rationalism?”

This search for a metaphysical teleology denied young people by “insipid rationalism,” in his view, is also “what motivates antifa and Black Lives Matter and white nationalism and all these other romantic revolutionary rebellions. It’s the romance and the heroism these movements offer.”

https://www.instapaper.com/read/1408645540

Ways of Hearing

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This is the first episode of Ways of Hearing, a six-part podcast hosted by musician Damon Krukowski (Galaxie 500, Damon & Naomi), exploring the nature of listening in our digital world.

Der Wechsel von analog zu mp3 ist weit mehr als eine technische Innovation. Er hat Einfluss wie Musik produziert, verkauft und gehört wird. Und er hat auch direkten Einfluss auf die Musik selbst.

Hörenswert insbesondere die drei ersten Folgen. Höchst aufschlussreich.

https://pca.st/IMCq / Radiotopia

Literaturkritik

Roman Bucheli in der NZZ:

In Zeiten eines halb selbstverschuldeten, halb von veränderten Voraussetzungen im Literaturbetrieb bedingten Relevanzverlusts der Kritik muss sie ihre Rolle neu erfinden. Wie diese Rolle aussehen könnte, hat der Schriftsteller Rainald Goetz einmal in unnachahmlicher Weise beschrieben: «Kunst haut einen um, Kritik bringt einen zum Denken.»

Wenn man wahre Sätze daran erkennt, dass auch ihr Gegenteil zutrifft, dann steht die Wahrheit dieser Formulierung fest. Kunst und Kritik hauen um – und bringen einen zum Denken. Das darf man getrost auch in den Imperativ setzen: Kritik soll umhauen und zum Denken bringen – oder sie ist nicht.

Nur wenn das gelingt, wird die Kritik wieder zu einem Genre, das nicht allein Orientierung in der Unübersichtlichkeit der Neuerscheinungen verspricht, das nicht nur Kaufempfehlungen formuliert, das nicht nur über ästhetisch Gelungenes oder Misslungenes urteilt. Die Kritik findet dann wieder zu eigener intellektueller Kraft. Indem sie über die Geister spricht, die in einem Werk walten – oder eben nicht walten. Indem sie sich selbst abverlangt, was sie von Büchern fordert: dass sie zum Denken anstiften und verführen.

Der wichtige Satz lautet: Wenn man wahre Sätze daran erkennt, dass auch ihr Gegenteil zutrifft, dann …. Der Rest ist unerheblich. Dieser Relativismus hat mich schon immer verfolgt. Und die wahren Sätze sind umso polarer, je tiefer sie greifen.

Noch eine Bemerkung zum Artikel Bucheli. Er geht nicht ein auf die Kunstkritik, die noch weit mehr in der Krise steckt als die Literaturkritik. Sie existiert sozusagen nicht mehr. Das hat mit dem Ende der Kunst in den 80er Jahren zu tun, welche die Tradition vergass, Qualitätskriterien über Bord warf und in einen makabren Individualismus verfiel. Ohne Qualitätskriterien gibt es auch keine Beurteilung und keine Kritik. Es gibt nur noch kruden Psychologismus und Spurensuche nach der seelischen Verfassung des Kunstherstellers. Doch wen soll das interessieren?

Apropos Ende der Kunst: S. dazu die Arbeit von Danto.

NZZ

Narzissmus ist keine bürgerliche Tugend

imageDie NZZ gibt bekannt, dass Claudia Wirz, Redaktorin, künftig in einem freien Auftragsverhältnis zur Zeitung stehen werde. Das macht Hoffnung, dass man die Frau mit dem Wuschelhaar künftig nicht nur weiter dort lesen kann, sondern dass sie auch anderweitig  publizieren, vielleicht sogar ein Buch schreiben wird. Man würde es gerne lesen. Wirz schreibt so munter und gut und witzig und intelligent wie wenige in der Schweiz. Ihr “Abschiedsartikel”, “Das Land wo die Neurosen blühn”, ist dafür ein gutes Beispiel. Hier ein Zitat:

Die Doktrin der politischen Korrektheit erlaubt keine Kompromisse. Sie auferlegt dem Staat, nicht nur jede Lebensweise und jedes Bedürfnis zu respektieren, sondern sie auch gebührend zu unterstützen. Ein gutes Geschäft, ja eine regelrechte Industrie tut sich da auf. Mit den Ansprüchen und den Anspruchsgruppen wachsen auch der Staat und die ihm zugewandten Orte. Kritisches Hinterfragen ist verboten. Beispielhaft zeigt sich das anhand der Familienpolitik. Noch nie war die Familiengründung so frei von Zwängen wie heute. Das ist schön und urliberal. Aber freie Entscheide sind nicht nur schön, sondern auch anspruchsvoll. Sie implizieren die Bereitschaft, die Konsequenzen des eigenen Tuns selber zu tragen. Freiheit heisst immer auch Verantwortung. Doch das hat nicht nur die «Generation Selfie» verlernt. Man hält sich gerne alle Optionen offen, der korrekte, fürsorgerische Staat kann nicht anders und wird schon herbeieilen, um die Risiken abzufedern, wenn’s zum Beispiel mit der innerfamiliären Solidarität knapp wird. Und so werden die Leistungen der staatlichen Kundendienstzentrale laufend ausgebaut, und das Personal wird aufgestockt.

Natürlich gab es gleich Proteste und Artikel, die das Gegenteil behaupteten. Die guten Menschen fühlten sich verletzt und missverstanden. Nur leider können sie alle nicht annähernd so gut schreiben. Selbst wenn sie recht hätten, kann das nicht interessieren.

Artikel Wirz