Lichterfest am Strand

IMG20191112052145

Am frühen Morgen am Strand von Puri. Die Menschen setzen kleine “Boote” – eigentlich bloss Brettchen – mit Kerzen und Götterfiguren ins Meer aus. Ich tue es auch. Aber mein Boot kentert und die Kerzen verlöschen mit der ersten kleinen Welle. Wer es etwas grösser will, entlässt einen Heissluft-Ballon in den Himmel. Manche schaffen es weit übers Meer hinaus, bevor sie im Dunst verschwinden. Was gefeiert oder welches Fest begangen wird, weiss ich nicht.

Die Pilgerinnen von Puri

IMG20191111165023

Sie kommen jedes Jahr nach Puri, sie machen eine Pilgerfahrt und bleiben einen Monat, lauter alte Frauen. Gegen 1000 schlafen einem einzigen, grossen Raum, mit minimstem Komfort, eigentlich ohne allen Komfort. Der Geruch in dem industriellen, schmucklosen Betonblock ist streng. Aber sie haben ihren Glauben und der Aufenthalt in Puri ist ihnen höchst wertvoll. Am nächsten Tag werden sie wieder in ihre Heimatorte zurückkehren. Der Abschied sei jedes Mal mit viel Tränen verbunden, sagt Bubu.  

Indien 2019: Delhi

IMG20191104112041

Ankunft um 1 Uhr morgens, mit dem Taxi zum Shangri-La Eros. Beginn unserer Indienreise 2019.

Angekündigt war schlimmster Smog. Die Realität war weit entspannter. Schlechte Luft wohl, aber nicht weiter bemerkenswert. Übertriebene Berichte? Ein Wunder?

Besuch der grossen Moschee mit Yoginder. Grossartige, exotische Architektur mit den Zwiebelkuppeln aus Tausendundeinernacht.

Nachmittags im Khan-Market und Lunch im Townhouse.

Nachtessen im United Coffee House am Conought Square.


Shiva–Paris und Riehen

Shiva Bronze

     Shiva Guimet                                                                                                               

Links der Shiva, gekauft Ende November in Bombay, gegossen gemäss Händlerangabe in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts, rechts der Shiva im Musée Guimet in Paris, ca. 12. Jahrhundert. Die Position ist dieselbe. Die Höhe, ca. 50 cm, ist ebenfalls fast gleich. Sie stammen beide aus der Gegen des heutigen Tamil Nadu. Die alte Bronze stammt aus dem Chola Reich.

Mein Shiva hat nicht die selben, selbstverständlichen und überzeugenden Proportionen wie jener aus Paris. Der Kopf scheint etwas in die Länge gezogen, die Beine zu schlank. In der Realität sieht der Riehener Shiva aber besser aus als der Pariser.

Das Guimet hat eine kleine, aber exquisite Sammlung an Chola Bronzen, aber aufgestellt sind sie sehr ungeschickt. Es handelt sich ausschliesslich um Rundplastiken, sollten also von allen Seiten einsehbar sein. Aber die Ausstellungsverantwortlichen haben es in der Tat fertig gebracht, einzelne Vitrinen direkt an die Wand zu stellen oder so nahe nebeneinander, dass nur die Front gut einsehbar ist.

Album

Chaudhuri über Vedanta

Nirad Chaudhuri  hat in seiner “Circe” eine Interpretation von Vedanta (resp. Advaita) gegeben, die allen europäischen Interpretationen seit Schopenhauer diametral oder schlimmer, völlig abseitig entgegensteht.

Er stellt die spirituelle Bedeutung der bei uns so hoch geschätzten indischen Philosophie seit den Veden für Indien selber in Frage, die anstelle der erhofften Erleuchtung, wie sie im Westen so sehr ersehnt wird, nur als Weg zur Auslöschung, ohne jede spirituelle Überhöhung, verstanden werden könne.

Im Folgenden eine Auswahl von Zitaten aus “The Continent of Circe”. Mehr dazu im verlinkten PDF.


Nothing, to my thinking, makes the movement of the Hindu mind from the bodily suffering to the pessimistic philosophies dearer than the story of Buddhism, the first philosophy of sorrow to appear in the existence of the Hindus. Siddharta, according to the well-known legend., went out on pleasure excursions, and one after another saw a man bent with age, another stricken by malady, and a third borne on a bier. These sight weighed on his mind as a terrible nightmare until, going out a fourth time, he saw a man with a shaven head, and wearing clothes dyed with red ochre, walking along calmly. He was so struck by the bearing and countenance of this man, that he went up to him and asked who and what he was. The man replied that he was a mendicant who had left the world and its ways, forsaken friends and home, and thus found deliverance. At last, Siddharta saw a way out of the fears which had haunted him in the previous weeks, and he also decided to leave the world.

Weiterlesen