Ludmilla Petrushevskaya: Zwei Schwestern

Die Kurzgeschichte in der Paris Review Winter 2018. Zwei alte, mausarme Schwstern leben in einer kleinen Wohnung. Sie überleben mit dem absoluten Minimum. Das heisst, bis eine dem Tod nahe ist. Die andere, jüngere streicht ihr als letzte Hoffnung eine Paste auf die Lippen, glaubt dann, dass sie damit die ältere vergiftet habe und tut sich deshalb verzweifelt das selbe an. Aber sie sterben nicht, sondern in magischer Metamorphose erwachen sie aus einer Ohnmacht als Mädchen von 12 und 13 Jahren.

Soviel Magie und Realismus zusammen ist wohl nur in Russland möglich. Witz und Tragik so nah beisammen.

Wikipedia: Lyudmila Stefanovna Petrushevskaya (Russian: Людмила Стефановна Петрушевская; born 26 May 1938) is a Russian writer, novelist and playwright. She began her career writing and putting on plays, which were often censored by the Soviet government, and following perestroika, published a number of well-respected works of prose.

She is best known for her plays, novels, including The Time: Night, and collections of short stories, notably There Once Lived a Woman Who Tried to Kill Her Neighbor’s Baby. In 2017, she published a memoir, The Girl from the Metropol Hotel.[1] She is considered one of Russia’s premier living literary figures, having been compared in style to Anton Chekhov[1] and in influence to Aleksandr Solzhenitsyn.[2] Her works have won a number of accolades, including the Russian Booker Prize, the Pushkin Prize, and the World Fantasy Award.[3]

Her creative interests and successes are wide-ranging, as she is also a singer and has worked in film animation, screenwriting, and as a painter.[4]

Two Girls

Russian Ark von Sokurov

Wieder einmal The Russion Ark gesehen. Mit Stasia und Urs. Stasia hat nach 40 Minuten aufgegeben. Das obige YouTube-Video enthält den ganzen Film, allerdings in Deutsch.

Das ist schade. Das Russische gehört dazu. Unbedingt. Das Unverständliche braucht nicht verständlich gemacht zu werden. Es wird dann bloss zu etwas Falschem. Aber ich habe ja das Original als DVD, auf Russisch, mit englischen Untertiteln. Auch verfälschend, aber näher an der Wahrheit.

Dreihundert Jahre russischer und damit europäischer Geschichte in 90 Minuten, an einem Ort: Die Eremitage in St.Petersburg. Und der ganze Film – wie man weiss – ohne einen einzige Schnitt in einer einzigen Aufnahme gedreht.

Der Film ist meisterhaft. Er gehört zum Dutzend der  besten Filmen aller Zeiten. Zweifellos. Und von diesen ist er wohl der Unbekannteste. Die anderen unbekannten besten Filme kenne ich nicht. Nur diesen. Ein Film der in seiner Schönheit schmerzt. Das Ende Europas in einem Ball in der Eremitage. Mit 3000 Teilnehmern und einer Mazurka von Glinka.

Was der französische Adlige in der Eremitage sucht (oder findet) weiss man nicht, resp. ich bin noch nicht dahinter gekommen. Desgleichen die Stimme aus dem Off, aus deren Augen man das Ganze verfolgt. Rätselhaft ohne Angeberei.

Die letzte Szene. Die Ballteilnehmer, Männer und Frauen in farbenfroher und überreicher Kleidung  steigen die Treppe hinunter. Nur das. Sie steigen die Treppe hinunter. Und mittendrin die Kamera. 10 Minuten lang. Und dann die Nebel, die das kommende Grauen ahnen lassen. Das Ende Europas.