Archiv für den Monat Dezember 2019
Vergeudete Leben
Mon Oncle
Lesen, Denken, Hören
Ein Blog für alles Mögliche, das aus irgend einem Grund im Moment wert schien, erinnert und geteilt zu werden.
Passenger List
Atlantic Flight 702 has disappeared mid-flight between London and New York with 256 passengers on board. Kaitlin Le (Kelly Marie Tran), a college student whose twin brother vanished with the flight, is determined to uncover the truth. Starring Kelly Marie Tran, Colin Morgan, Rob Benedict and Patti LuPone.
Tolles Hörerlebnis.
Podcast /
Wunderbar erzkonservativer Katholizismus
Ein Interview in der NZZ mit Gerald Goesche, “Chef” einer erzkonservativen Kirch in Berlin. Das wäre so etwas, wo der Glaube wieder eine Heimat finden könnte.
Warum ist Ihnen die Pflege der alten Liturgie ein solches Anliegen?
Weil ich finde, dass sie auch da sein muss, und sei es nur als Erinnerung. Es kann nicht sein, dass etwas, was gestern das Heiligste war, auf einmal nicht mehr geht. Das ist unmöglich. Als ich zum ersten Mal den alten Ritus erlebt habe, war ich überwältigt. In der neuen Messe ist alles so laut. Dieser Lautsprecher macht mich wahnsinnig.
Wünschten Sie sich, dass sich der alte Ritus wieder durchsetzt?
Was der liebe Gott daraus macht, ist nicht meine Sache. Ich bin weder Bischof noch Papst, sondern nur für meinen kleinen Laden verantwortlich. Das ist vielleicht auch besser, sonst würde ich bestimmt irgendwelchen Unsinn anrichten.
In Ihrer Kirche wird die Mundkommunion praktiziert. Wie würden Sie reagieren, wenn ich bei Ihnen zur Kommunion käme und die Hände ausstreckte?
Ich gebe keine Handkommunion. Wenn jemand kommt und die Hände ausstreckt, hat der Ministrant die Anweisung, die Patene sanft über die Hand gleiten zu lassen. In neunzig Prozent der Fälle wirkt das. Aber es gibt auch Leute, die Diskussionen anfangen. Ich finde das unhöflich. Wenn man hier ist, hält man sich an den Hausbrauch.
Der Papst erlaubt aber die Handkommunion.
Das sticht nicht. In den Ostriten gibt es auch keine Handkommunion, obwohl es im Westen erlaubt ist. Die Verschiedenheit ist ein Reichtum der Kirche, wir müssen nicht alles angleichen.
Erzkonservativ? Wir sind noch schlimmer.
Universalienstreit
Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit (Pos. 1520)

Der Zentralgedanke des Mittelalters, gleichsam das unsichtbare Motto, das über ihm schwebt, lautet: universalia sunt realia; nur die Ideen sind wirklich. Der große »Universalienstreit«, der fast das ganze Mittelalter erfüllt, geht niemals um den eigentlichen Grundsatz, sondern nur um dessen Formulierungen. Es gab bekanntlich drei Richtungen, die einander in der Herrschaft ablösten. Der »extreme Realismus« behauptet: universalia sunt ante rem, das heißt: sie gehen den konkreten Dingen vorher, und zwar sowohl dem Range nach wie als Ursache; der »gemäßigte Realismus« erklärt: universalia sunt in re, das heißt: sie sind in den Dingen als deren wahres Wesen enthalten; der »Nominalismus« stellt den Grundsatz auf: universalia sunt post rem: sie sind aus den Dingen abgezogen, also bloße Verstandesschöpfungen, und er bedeutet daher in der Tat eine Auflösung des Realismus: seine Herrschaft gehört aber, wie wir später sehen werden, nicht mehr dem eigentlichen Mittelalter an.
Weiterlesen«Le monde de l’art contemporain est lancé dans une fuite en avant»
Interview mit Yves Michaud, philosophe, über die zeitgenössische Kunst: Auf den Preis fixiert, auf Unterhaltung und überaus moralisierend. Michaud hat desgleichen festgestellt, dass wir in einem neuen Zeitalter der Kunst leben. Das Ende der Moderne setzt er auf Ende der 80er Jahre fest. Canto terminiert die Kunst in die 70er Jahre, wie ich auch.
L’art contemporain n’est-il pas lié à la provocation et à la transgression plus qu’à la morale?
C’est un peu ce que pense la sociologue Nathalie Heinich. Sa théorie, en gros, con-siste à dire que l’art contemporain se défi-nit par une pratique banalisée de la provo-cation. Mais la provocation n’a plus aucun intérêt! Elle n’existe que si elle permet de faire parler de soi. S’il y avait vraiment de la transgression, elle serait aussitôt pour-suivie dans le monde complètement mo-ralisateur et judiciarisé où l’on vit. Pre-nons les sujets insupportables: si un ar-tiste s’avisait de produire un truc vrai-ment pédophilique, je suis convaincu qu’il irait en tôle. Tout au plus faut-il se montrer légèrement provocant pour être un bon public relations. Comme Massimo Cattelan: sa banane ne produit pas de ré-chauffement climatique; elle est donc toutà fait acceptable. Avant cela, en 2010, il a fait une sculpture qui a été installée de-vant la Bourse de Milan: un majeur dressé pour montrer ce qu’il pense du système capitaliste… Il est très moral ce Cattelan; il est donc un grand artiste!
Nous sommes entrés dans une période nouvelle de l’histoire de l’art?
J’avais publié un livre en 2003, «L’art à l’état gazeux», pour dire qu’on a changé de monde. Grosso modo, l’art moderne aura duré des années 1880 jusque vers 1990. Après quoi il y a eu une période de flou qu’on a appelée le postmodernisme. Puis on est passé dans autre chose. Soit dans le monde de l’immersif, des atmosphères, des ambiances, etc. Soit dans les plaisante-ries à un million de dollars de l’art contem-porain. Mais on est là dans un monde de spéculateurs, qui n’a rien de magique, où s’appliquent les mêmes recettes que dans la spéculation financière. Par exemple les achats à effets de levier comme le LBO (Le-veraged Management Buy-Out). Cela va du-rer ce que durera cette financiarisation contre laquelle les gens se révoltent désor-mais. Le petit monde de l’art contemporain est lancé dans une fuite en avant. Tout peut s’effondrer d’un coup, comme dans n’importe quel krach financier.
Ways of Hearing
This is the first episode of Ways of Hearing, a six-part podcast hosted by musician Damon Krukowski (Galaxie 500, Damon & Naomi), exploring the nature of listening in our digital world.
Der Wechsel von analog zu mp3 ist weit mehr als eine technische Innovation. Er hat Einfluss wie Musik produziert, verkauft und gehört wird. Und er hat auch direkten Einfluss auf die Musik selbst.
Hörenswert insbesondere die drei ersten Folgen. Höchst aufschlussreich.




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