Passenger List

Atlantic Flight 702 has disappeared mid-flight between London and New York with 256 passengers on board. Kaitlin Le (Kelly Marie Tran), a college student whose twin brother vanished with the flight, is determined to uncover the truth. Starring Kelly Marie Tran, Colin Morgan, Rob Benedict and Patti LuPone.

Tolles Hörerlebnis.

Podcast /

Wunderbar erzkonservativer Katholizismus

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Ein Interview in der NZZ mit Gerald Goesche, “Chef” einer erzkonservativen Kirch in Berlin. Das wäre so etwas, wo der Glaube wieder eine Heimat finden könnte.

Warum ist Ihnen die Pflege der alten Liturgie ein solches Anliegen?

Weil ich finde, dass sie auch da sein muss, und sei es nur als Erinnerung. Es kann nicht sein, dass etwas, was gestern das Heiligste war, auf einmal nicht mehr geht. Das ist unmöglich. Als ich zum ersten Mal den alten Ritus erlebt habe, war ich überwältigt. In der neuen Messe ist alles so laut. Dieser Lautsprecher macht mich wahnsinnig.

Wünschten Sie sich, dass sich der alte Ritus wieder durchsetzt?

Was der liebe Gott daraus macht, ist nicht meine Sache. Ich bin weder Bischof noch Papst, sondern nur für meinen kleinen Laden verantwortlich. Das ist vielleicht auch besser, sonst würde ich bestimmt irgendwelchen Unsinn anrichten.

In Ihrer Kirche wird die Mundkommunion praktiziert. Wie würden Sie reagieren, wenn ich bei Ihnen zur Kommunion käme und die Hände ausstreckte?

Ich gebe keine Handkommunion. Wenn jemand kommt und die Hände ausstreckt, hat der Ministrant die Anweisung, die Patene sanft über die Hand gleiten zu lassen. In neunzig Prozent der Fälle wirkt das. Aber es gibt auch Leute, die Diskussionen anfangen. Ich finde das unhöflich. Wenn man hier ist, hält man sich an den Hausbrauch.

Der Papst erlaubt aber die Handkommunion.

Das sticht nicht. In den Ostriten gibt es auch keine Handkommunion, obwohl es im Westen erlaubt ist. Die Verschiedenheit ist ein Reichtum der Kirche, wir müssen nicht alles angleichen.

Erzkonservativ? Wir sind noch schlimmer.

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Universalienstreit

Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit (Pos. 1520)

Egon Friedell um 1935. Sein Lebenswerk ist die dreibändige "Kulturgeschichte der Neuzeit".  (picture alliance / IMAGNO/Austrian Archives)

Der Zentralgedanke des Mittelalters, gleichsam das unsichtbare Motto, das über ihm schwebt, lautet: universalia sunt realia; nur die Ideen sind wirklich. Der große »Universalienstreit«, der fast das ganze Mittelalter erfüllt, geht niemals um den eigentlichen Grundsatz, sondern nur um dessen Formulierungen. Es gab bekanntlich drei Richtungen, die einander in der Herrschaft ablösten. Der »extreme Realismus« behauptet: universalia sunt ante rem, das heißt: sie gehen den konkreten Dingen vorher, und zwar sowohl dem Range nach wie als Ursache; der »gemäßigte Realismus« erklärt: universalia sunt in re, das heißt: sie sind in den Dingen als deren wahres Wesen enthalten; der »Nominalismus« stellt den Grundsatz auf: universalia sunt post rem: sie sind aus den Dingen abgezogen, also bloße Verstandesschöpfungen, und er bedeutet daher in der Tat eine Auflösung des Realismus: seine Herrschaft gehört aber, wie wir später sehen werden, nicht mehr dem eigentlichen Mittelalter an.

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«Le monde de l’art contemporain est lancé dans une fuite en avant»

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Interview mit Yves Michaud, philosophe, über die zeitgenössische Kunst: Auf den Preis fixiert, auf Unterhaltung und überaus moralisierend. Michaud hat desgleichen festgestellt, dass wir in einem neuen Zeitalter der Kunst leben. Das Ende der Moderne setzt er auf Ende der 80er Jahre fest. Canto terminiert die Kunst in die 70er Jahre, wie ich auch.

L’art contemporain n’est-il pas lié à la provocation et à la transgression plus qu’à la morale?

C’est un peu ce que pense la sociologue Nathalie Heinich. Sa théorie, en gros, con-siste à dire que l’art contemporain se défi-nit par une pratique banalisée de la provo-cation. Mais la provocation n’a plus aucun intérêt! Elle n’existe que si elle permet de faire parler de soi. S’il y avait vraiment de la transgression, elle serait aussitôt pour-suivie dans le monde complètement mo-ralisateur et judiciarisé où l’on vit. Pre-nons les sujets insupportables: si un ar-tiste s’avisait de produire un truc vrai-ment pédophilique, je suis convaincu qu’il irait en tôle. Tout au plus faut-il se montrer légèrement provocant pour être un bon public relations. Comme Massimo Cattelan: sa banane ne produit pas de ré-chauffement climatique; elle est donc toutà fait acceptable. Avant cela, en 2010, il a fait une sculpture qui a été installée de-vant la Bourse de Milan: un majeur dressé pour montrer ce qu’il pense du système capitaliste… Il est très moral ce Cattelan; il est donc un grand artiste!

Nous sommes entrés dans une période nouvelle de l’histoire de l’art?

J’avais publié un livre en 2003, «L’art à l’état gazeux», pour dire qu’on a changé de monde. Grosso modo, l’art moderne aura duré des années 1880 jusque vers 1990. Après quoi il y a eu une période de flou qu’on a appelée le postmodernisme. Puis on est passé dans autre chose. Soit dans le monde de l’immersif, des atmosphères, des ambiances, etc. Soit dans les plaisante-ries à un million de dollars de l’art contem-porain. Mais on est là dans un monde de spéculateurs, qui n’a rien de magique, où s’appliquent les mêmes recettes que dans la spéculation financière. Par exemple les achats à effets de levier comme le LBO (Le-veraged Management Buy-Out). Cela va du-rer ce que durera cette financiarisation contre laquelle les gens se révoltent désor-mais. Le petit monde de l’art contemporain est lancé dans une fuite en avant. Tout peut s’effondrer d’un coup, comme dans n’importe quel krach financier.

Interview Michaus, 24 heures

Ways of Hearing

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This is the first episode of Ways of Hearing, a six-part podcast hosted by musician Damon Krukowski (Galaxie 500, Damon & Naomi), exploring the nature of listening in our digital world.

Der Wechsel von analog zu mp3 ist weit mehr als eine technische Innovation. Er hat Einfluss wie Musik produziert, verkauft und gehört wird. Und er hat auch direkten Einfluss auf die Musik selbst.

Hörenswert insbesondere die drei ersten Folgen. Höchst aufschlussreich.

https://pca.st/IMCq / Radiotopia

Lichterfest am Strand

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Am frühen Morgen am Strand von Puri. Die Menschen setzen kleine “Boote” – eigentlich bloss Brettchen – mit Kerzen und Götterfiguren ins Meer aus. Ich tue es auch. Aber mein Boot kentert und die Kerzen verlöschen mit der ersten kleinen Welle. Wer es etwas grösser will, entlässt einen Heissluft-Ballon in den Himmel. Manche schaffen es weit übers Meer hinaus, bevor sie im Dunst verschwinden. Was gefeiert oder welches Fest begangen wird, weiss ich nicht.

Die Pilgerinnen von Puri

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Sie kommen jedes Jahr nach Puri, sie machen eine Pilgerfahrt und bleiben einen Monat, lauter alte Frauen. Gegen 1000 schlafen einem einzigen, grossen Raum, mit minimstem Komfort, eigentlich ohne allen Komfort. Der Geruch in dem industriellen, schmucklosen Betonblock ist streng. Aber sie haben ihren Glauben und der Aufenthalt in Puri ist ihnen höchst wertvoll. Am nächsten Tag werden sie wieder in ihre Heimatorte zurückkehren. Der Abschied sei jedes Mal mit viel Tränen verbunden, sagt Bubu.  

Indien 2019: Delhi

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Ankunft um 1 Uhr morgens, mit dem Taxi zum Shangri-La Eros. Beginn unserer Indienreise 2019.

Angekündigt war schlimmster Smog. Die Realität war weit entspannter. Schlechte Luft wohl, aber nicht weiter bemerkenswert. Übertriebene Berichte? Ein Wunder?

Besuch der grossen Moschee mit Yoginder. Grossartige, exotische Architektur mit den Zwiebelkuppeln aus Tausendundeinernacht.

Nachmittags im Khan-Market und Lunch im Townhouse.

Nachtessen im United Coffee House am Conought Square.


Roberto Calasso: The Art of Fiction 217 – Paris Review

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INTERVIEWER
What drew you to Baudelaire?
CALASSO
Baudelaire is the first non-Italian poet I truly read. In my grandfather’s house, there was a very large library and a beautiful studio. Before the studio, there was a room lined with books, and in the center was a big table with papers. As a kid I was there very often, looking at things I didn’t know anything about, and there I found a copy of Les fleurs du mal, in a fine edition done by Crès in the twenties. Crès was a very elegant publisher from a typographical point of view. I stole the book from my grandfather. It is the first and only book I have ever stolen. My grandmother noticed it because she had an eagle eye—besides, the book was inscribed to her by my grandfather. So she did something slightly perverse. She gave it as a gift, not to me, but to my mother. My mother, in her very last years, gave it to me. So there are three inscriptions in the book, and the last one is rather recent.
When I stole it, I must have been twelve. I was starting to learn French and, of course, I was attracted by the title—it was irresistible. I always had a special sense for Baudelaire, which I never had for any other poet—something more direct, more intimate. And I have to admit that the Folie Baudelaire was the book I wrote with the most ease.

INTERVIEWER
How long did it take you?
CALASSO
It took some time, because what you read now is only a part of the whole—I took out so many things. The book is not only about Baudelaire, but about the wave that, influenced by him, ran through France in the nineteenth century, both in literature and in art. Baudelaire was far more than a great poet. He established the keyboard of a sensibility that still lives within us, if we are not total brutes. The Tiepolo book was a big branch of this tree, and the branch detached itself because I felt it was a book and it had to be alone. So Tiepolo Pink was published before the Folie. I can’t judge exactly how long it took, perhaps around five years.

INTERVIEWER
That’s not exactly a rush.
CALASSO
Consider that L’ardore, my latest book, is something that has gone on with me since Ka, so more or less fifteen years. No other book of mine has taken so much time.

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Giving up Darwin

Peter Robinson von der Hoover Institution leitet eine Gesprächsrunde mit David Gelernter, David Berlinski und Stephen Meyer. Thema ist der Artikel von Gelernter in der Claremont Review of Books mit dem Titel “Giving up Darwin”. Geführt wurde die Diskussion in Fiesole im Juni 2019. Leider erfährt man nicht, wie es zu dieser Runde an diesem Ort gekommen ist.

Berlinski, jetzt wohl in den 80, mit Stock, Stiefel, T-Shirt und ärmelloser Jeansjacke.

Eine grossartige Gesprächsrunde.

Hoover

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Shtisel

Bildergebnis für shtisel

Die erste Hälfte der zwei Staffeln mit je 12 Folgen von Shtisel gesehen. Sehr eindrücklich. Eine Familie, Menschen, fest eingebunden in ihrem Glauben. Und die Frage stellt sich: was gibt ihnen ihr Glaube, ihre Rituale und endlosen Vorschriften? Haben sie den Ungläubigen (jeder Couleur) etwas voraus in Sachen Sicherheit, Zuversicht, Lebensfreude? Der Film verneint es. Allerdings auch: was haben die Glaubenslosen an Vorteilen? Was ist der Preis, den sie (wir) für die tatsächliche oder scheinbare Freiheit bezahlen?

Wikipedia / Musik

The World According to Karl

The World According to Karl - Jean-Christophe Napias, Patrick Mauries

Am 19. Februar ist Karl Lagerfeld gestorben. Einer der kreativsten, gescheitesten Zeitgenossen. Gescheit im Sinne von lebensgescheit. Aus dem Buch ein paar zufällige Zitate:

You have to lead your life according  to your ideas. Spend all your money and live life in line with what you are fighting for.

I hate it when rich people try to be Communists. I think that’s obscene.

If you throw your money out of the window, do it with passion. Don’t say ‚you shouldn’t do that, that’s bourgeois.

Luxury is freedom of spirit, independence, basically political incorrectness.

The essential thing is not that people should sit on their money. It has to come out of their pockets.

What is this obsession always to be with people. Solitude is the biggest luxury.

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Ludmilla Petrushevskaya: Zwei Schwestern

Die Kurzgeschichte in der Paris Review Winter 2018. Zwei alte, mausarme Schwstern leben in einer kleinen Wohnung. Sie überleben mit dem absoluten Minimum. Das heisst, bis eine dem Tod nahe ist. Die andere, jüngere streicht ihr als letzte Hoffnung eine Paste auf die Lippen, glaubt dann, dass sie damit die ältere vergiftet habe und tut sich deshalb verzweifelt das selbe an. Aber sie sterben nicht, sondern in magischer Metamorphose erwachen sie aus einer Ohnmacht als Mädchen von 12 und 13 Jahren.

Soviel Magie und Realismus zusammen ist wohl nur in Russland möglich. Witz und Tragik so nah beisammen.

Wikipedia: Lyudmila Stefanovna Petrushevskaya (Russian: Людмила Стефановна Петрушевская; born 26 May 1938) is a Russian writer, novelist and playwright. She began her career writing and putting on plays, which were often censored by the Soviet government, and following perestroika, published a number of well-respected works of prose.

She is best known for her plays, novels, including The Time: Night, and collections of short stories, notably There Once Lived a Woman Who Tried to Kill Her Neighbor’s Baby. In 2017, she published a memoir, The Girl from the Metropol Hotel.[1] She is considered one of Russia’s premier living literary figures, having been compared in style to Anton Chekhov[1] and in influence to Aleksandr Solzhenitsyn.[2] Her works have won a number of accolades, including the Russian Booker Prize, the Pushkin Prize, and the World Fantasy Award.[3]

Her creative interests and successes are wide-ranging, as she is also a singer and has worked in film animation, screenwriting, and as a painter.[4]

Two Girls

Simone De Beauvoir

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INTERVIEWER [Paris Review]

Some people think that a longing for God underlies your works.

DE BEAUVOIR

No. Sartre and I have always said that it’s not because there’s a desire to be that this desire corresponds to any reality. It’s exactly what Kant said on the intellectual level. The fact that one believes in causalities is no reason to believe that there is a supreme cause. The fact that man has a desire to be does not mean that he can ever attain being or even that being is a possible notion, at any rate the being that is a reflection and at the same time an existence. There is a synthesis of existence and being that is impossible. Sartre and I have always rejected it, and this rejection underlies our thinking. There is an emptiness in man, and even his achievements have this emptiness. That’s all. I don’t mean that I haven’t achieved what I wanted to achieve but rather that the achievement is never what people think it is. Furthermore, there is a naïve or snobbish aspect, because people imagine that if you have succeeded on a social level you must be perfectly satisfied with the human condition in general. But that’s not the case.

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Tote Städte, lausige Architektur

Vittorio Magnago Lampugnani beschreibt in der NZZ einen offenkundige, selten thematisierten Zustand. Ausgehend von einem Architekturvortrag vor über 100 Jahren, gehalten von einem Hendrik Petrus Berlage, schreibt Lumpagnani:

Es war der niederländische Architekt Hendrik Petrus Berlage, der vor über hundert Jahren diese Auffassung vertrat, und zwar in einem Vortrag mit dem Titel «Baukunst und Impressionismus». Bis dahin waren die städtischen Häuser Gebilde mit komplex artikulierten Hüllen gewesen. Sie waren in Hauptteil, Basis und Attika gegliedert, die jeweils anders gestaltet und oft auch aus anderen Materialien hergestellt waren: der Sockel widerstandsfähig, weil am exponiertesten, und schwer, um Solidität zu vermitteln, die Attika leicht und licht, allenfalls mit kräftigem Gesims, um den oberen Gebäudeabschluss zu markieren. Dazwischen waren die Fenster rhythmisch in die Fassade eingeschnitten, wobei Rahmen oder Faszien den Übergang zwischen Fläche und Öffnung thematisierten.

Die Fensterbänke standen stärker vor, um Wassernasen zu vermeiden, aber auch um dem Fenster mehr Halt in der Wand zu verleihen. Die Fensterläden waren in die Gesamtkomposition integriert. Flächige oder plastische Zierelemente unterstrichen sie und fügten dekorative und erzählende Dimensionen hinzu, die das Haus mit seiner Nutzung, seinem Bauherrn oder einfach nur seiner Zeit verknüpften. All das, so Berlage, war nunmehr anachronistische Verschwendung und würde vom neuen, rasanten Lebensrhythmus dahingerafft werden.

Von da vorwärts zur Gegenwart, mit Häusern und Städten,  die gebaut wurden für die Insassen “rasender Automobile”, welche für architektonische Feinheiten weder Zeit noch das Auge haben.

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